Jeder kann Geld mit Aktien verdienen, wenn er nur seine Hausaufgaben macht.

Peter Lynch

Neu an der Börse? Je mehr Börsenwissen man aufweisen kann, umso höher ist die Chance an der Börse erfolgreich zu sein. Auf dieser Seite möchte ich im Schnelldurchlauf die wichtigsten Begriffe und Zusammenhänge erklären. Dies dient zunächst einem ersten Überblick und ersetzt natürlich nicht die eigenen Erfahrungen und weitere Fachliteratur. Zum üben empfiehlt sich zudem zunächst mit einem kostenlosen Musterdepot zu üben, bevor man reales Geld investiert.

Grundlagen I – Die Börse
Die grundlegenden Begriffe wie Aktie, Börse und Dividende werden erklärt.
Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das den Anteil einer Aktiengesellschaft verbrieft. Der Besitzer hat also das Recht auf den entsprechenden Anteil des Unternehmens. Hat eine Aktiengesellschaft beispielsweise 1.000 Aktien ausgegeben, entspricht eine Aktie dem Besitz von einem Tausendstel des Unternehmens.

  • Aktienkurs: Der Aktienkurs ist der Preis, zu dem eine Aktie gehandelt wird. Wichtig: Der Kurs entsteht also durch die Einschätzung von Käufer und Verkäufern des Wertpapiers und stellt deren Erwartungen an das Unternehmen dar. Ereignisse, die Einfluss auf den Wert des Unternehmens haben können führen daher oft zu starken Kursveränderungen. Man sagt daher auch, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird.
  • Börsenwert (oder Marktkapitalisierung): Der Börsenwert berechnet sich aus dem Produkt der ausgegebenen Aktien und dem aktuellen Aktienkurs. Sollten 1.000.000 verfügbare Aktien bei einem Kurs von 80 € stehen, ergibt dies also einen Börsenwert von 80.000.000 €.

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist die Ausschüttung eines Teils des Unternehmensgewinns von Aktiengesellschaften an die Aktionäre.

Die Ausschüttung erfolgt in der Regel in Form von Geld. In manchen (wenigen) Unternehmen erfolgt auch eine Auszahlung von Sachdividenden:

  • Die Schweizer CALIDA AG liefert ab 20 Aktien einen Pyjama als Dividende nach Hause.
  • Die Lindt & Sprüngli AG gibt die wahrscheinlich bekannteste Sachdividende aus. Besitzt man eine Aktie, erhält man bei der Hauptversammlung einen Koffer voller Schokolade. Eine Aktie kostet aktuell allerdings fasst 80.000 Euro.
  • Ist man Aktionär der deutschen Sixt AG erhält man den höchsten Rabatt, den das Unternehmen zu bieten hat. Damit spart man bei der Mietwagen-Buchung bis zu 20 %. Nebenbei erhält man natürlich noch die reguläre Dividende in Form von Geld.

Es gibt keine Pflicht auf Dividendenauszahlung. Manche Unternehmen wie beispielsweise Facebook oder Amazon haben noch nie eine Dividende gezahlt. Zuverlässige Unternehmen zahlen nicht nur durchgehend jedes Jahr eine Dividende, sondern erhöhen diese auch in regelmäßigen Abständen.

Wann erhalte ich eine Dividende?

Um eine Dividende zu erhalten, muss man die Dividende am für das Unternehmen relevanten Stichtag halten. Der Stichtag liegt an dem Handelstag direkt vor dem sogenannten Ex-Tag. Dies ist der Tag an dem die Aktie nicht mehr mit dem Recht auf die jeweilige Dividende gehandelt wird. An diesem Tag ist der Kurs in der Regel um den Wert der Dividende, dem Dividendenabschlag gesunken. Die Auszahlung erfolgt auf das mit dem Depot verknüpfte Verrechnungskonto.

In Deutschland folgt der Ex-Tag direkt auf die Hauptversammlung. Besitzt man eine deutsche Aktie am Tag der Hauptversammlung, hat man Anrecht auf Auszahlung der Dividende. Die Dividendenausschüttung erfolgt in Deutschland, der Schweiz und vielen europäischen Aktiengesellschaften in der Regel nur einmal jährlich. Die Auszahlung der Dividende erfolgt dann für gewöhnlich mehrere Wochen später.


Beispiel für Siemens Healthineers in 2020
Hauptversammlung: 12.02.2020 (Dividendenstichtag)
Ex-Dividend: 13.02.2020
Dividendeneingang: 17.02.2020


Im Ausland wird die Dividende oft mehrmals pro Jahr ausgezahlt. Die meisten Unternehmen in den USA und Kanada zahlen ihre Dividenden quartalsweise aus. In anderen Ländern erfolgt die Auszahlung auch halbjährlich. Manche Unternehmen zahlen sogar eine monatliche Dividende. Auch in diesen Fällen muss man die Aktie für eine Dividende am Tag vor dem Ex-Tag besitzen.

Lohnt es sich die Aktie kurz vor Auszahlung der Dividende zu kaufen und danach wieder zu verkaufen? Nein. Am Tag nach der Hauptversammlung, dem Ex-Tag sinkt der Kurs der Aktie in der Regel um die ausgezahlte Dividende. Kurzfristig wäre das also ein Nullsummenspiel.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite drückt das Verhältnis der Dividende zum aktuellen Aktienkurs aus. Dabei gilt folgende Formel:

\textrm{Dividendenrendite}=\dfrac{\text{Dividende}}{\text{Aktienkurs}}\times 100

Beispiel: Das Unternehmen “Pear Inc.” zahlt 2 Euro Dividende pro Jahr. Der Aktienkurs steht bei 40 Euro. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt daher 5 %.

Dabei sollte folgendes klar werden: Die Rendite bezieht sich jeweils auf den aktuellen Kurs und die feste Dividende. Im Gegensatz zum Sparbuch bekommt man also keinen “fixen” Prozentsatz. Die Rendite hängt stattdessen vom Kurs, also vom eigenen Einkaufspreis der Aktie ab.

Die Dividendenrendite ist allerdings nur eine von vielen Kennzahlen. Eine hohe Dividendenrendite kann daher auch auf einen Kurseinbruch zurückzuführen sein, der auf fundamentale Probleme im Unternehmen hindeutet. Eine hohe Dividendenrendite steht meistens auch für ein höheres Risiko einer Aktie. Man sollte die Dividendenrendite also nur in Zusammenhang mit weiteren Kennzahlen zum Aktienkauf heranziehen.

Grundlagen II – Selbst Aktionär werden
Was benötigt man um Aktien zu besitzen? Wie erfolgt der Kauf und der Verkauf und worauf ist dabei zu achten?
Was kostet es Aktien zu besitzen?

Der Besitz einer Aktie an sich kostet nichts. Beim Kauf einer Aktie entstehen allerdings in der Regel Ordergebühren. Dies können je nach Anbieter entweder Pauschalen sein, sich prozentual auf das Ordervolumen beziehen und eine Mischung von beidem. Das selbe gilt für den Verkauf einer Aktie. Manche Depotanbieter berechnen Depot- oder Kontoführungsgebühren.

Was benötige ich um eine Aktie zu besitzen?

Um eine Aktie zu kaufen, benötigt man ein Wertpapierdepot. Ein Depot ist eine Art Konto auf dem statt Geld Wertpapiere – zum Beispiel Aktien – liegen. Die dabei geltenden Kosten für Depotführung und Orders (Aktienkauf oder -verkauf) sind je nach Wahl sehr unterschiedlich und können die erzielte Rendite erheblich beeinflussen.

Die gute Nachricht: Gegenüber den bekannten Hausbanken gibt es mittlerweile auch viele Anbieter mit kostenloser Depotführung und niedrigen Ordergebühren. Um zu ermitteln welche Anbieter für dich am besten geeignet ist findest du unter nachfolgendem Link einen Vergleich verschiedener Anbieter:

Wie kaufe ich eine Aktie?

Sobald man die zuvor beschriebenen Voraussetzungen zum Aktienkauf geschaffen hat und im Besitz eines Aktiendepots ist, kann es los gehen.

Aktienkauf: Erster Schritt zur Order bei der Consorsbank

Der Aktienkauf kann zwar auch über einen Bankberater erfolgen – heutzutage wird dieser allerdings meistens über das Onlinebanking abgewickelt. Dort findet sich im Menü meistens ein Punkt der “Order” oder “Wertpapierorder” heißt. Dort kann man nun die Konditionen seines Kaufes eingeben. Diese sogenannte Order wird dann in das Orderbuch der Börse aufgenommen. Findet sich eine entsprechend zusammenpassende Order, in diesem Fall also jemand der die Aktie zu den genannten Konditionen verkaufen möchte, wird die Order ausgeführt und die Aktie wechselt den Besitzer.

Aktienkauf: Ausschnitt aus einem Orderformular

Dabei müssen als nächster Schritt verschiedene Variablen für die Transaktion ausgewählt werden:

Name/WKN/ISIN: Bezeichnung der Aktie oder Identifikation mithilfe der Wertpapierkennnummer (WKN) oder der International Securities Identification Number (ISIN)

Orderart: Kaufen, Verkaufen oder ggf. auch Zeichnen

Handelsplatz: Auswahl des Börsenplatzes, an dem die Order platziert werden soll

Stück: Angabe der Anzahl der Aktien, die man kaufen möchte

Ordertyp: Art der Order (z.B. Limit). Siehe hierzu auch die nächste Frage

Gültigkeit: Gültigkeit der Order

Welche verschiedenen Orderarten gibt es?

Market order oder Limit order?


Market order auch: billigst (Kauf) oder bestens (Verkauf)

Mit der Market order erfolgt ein Kauf oder Verkauf zum aktuellen Kurs am Handelsplatz


Limit-Kauf auch: limit buy

Bei der Limit order wird der Kurs der order dagegen nicht dem Zufall überlassen. Bei einem Kauf wird in der Limit order ein maximaler Kaufpreis festgelegt. Die Transaktion findet also erst statt, wenn der Aktienkurs auf das angegebene Limit gesunken ist.

Bei einem Verkauf gibt das Limit dagegen einen Mindestkurs vor, ab dem die Aktie verkauft wird


Weitere Orderarten und -zusätze


Stop Order auch: Stop Loss Order

Die Stop Order ist eine der wichtigsten Orderarten um die Verlust im Depot zu begrenzen und das Depot damit abzusichern.

Man legt einen Kurs unter dem aktuellen Kurs (und in der Regel unter dem Einstandskurs) fest. Fällt der Kurs darunter, löst die Order aus und die Aktie wird verkauft.


Trailing Stop Order auch: Trailing Stop Loss Order

Diese Stop Order passt sich automatisch dem Kurs an, in dem sie in einem zuvor definierten Abstand “nachgezogen” wird. Fällt der Kurs dann unter diesen Wert, wird eine Verkaufsorder ausgelöst.

Habe ich beispielsweise eine Aktie mit einem Trailing Stop Loss bei 5 % unter dem Kurs, liegt dieser bei einem Aktienkurs von 70 € zuerst bei 66,50 €. Steigt der Kurs auf 80 € wird der SL auf 76 € erhöht. Fällt der Kurs anschließend unter 76 € wird verkauft.

Der Vorteil liegt darin, dass nicht nur Verluste begrenzt werden, sondern auch Gewinne automatisch abgesichert werden können.


Was ist ein Aktiensparplan?

Ein Aktiensparplan ermöglicht den regelmäßigen Kauf von Aktien in einem definierten Turnus (in der Regel monatlich oder quartalsweise) und einer definierten Höhe. Dadurch, dass die Sparrate von beispielsweise 25 € monatlich unter dem Aktienkurs liegen kann, ist es bei Sparplänen möglich auch nur Aktienbruchteile zu erwerben. Durch den regelmäßigen Kauf kommt zusätzlich der cost-average-effect zum tragen. Der Einstandskurs nähert sich über die Laufzeit des Sparplans dem durchschnittlichen Aktienkurs an, wodurch sich das Risiko zu einem ungünstigen Kurs zu kaufen verringert.

Unter den normalen Konditionen würden die üblichen Mindestgebühren einen Aktienkauf in Höhe von beispielsweise 25 € unwirtschaftlich machen. Daher werden die Gebühren im Sparplan meistens prozentual berechnet (z.B. 1,5 % vom Sparplan).

Bei der Consorsbank gibt es unter nachfolgendem Link aktuell 20 € für den ersten Sparplan geschenkt.

Fortgeschritten I – Das richtige Unternehmen? [noch in Bearbeitung]

Was ist ein Dividendenaristokrat oder Dividendenkönig?

Was sagt das KGV aus?

Was ist die PEG-Ratio?


Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge? Ab in die Kommentare damit!

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